Wenn die Tage so langsam wieder kühler werden, springen unsere Heizungen wieder an, damit wir es mollig warm in der Wohnung oder im Haus haben. Doch so manches Mal haben die Heizungsanlagen gerade in der Übergangszeit einige Anlaufschwierigkeiten oder der Heizkörper wird nicht warm. Damit ihr nicht im Winterpullover und einer Decke in euren vier Wänden sitzen müsst, solltet ihr den Ursachen auf den Grund gehen. Wir erklären die häufigsten Probleme, wenn die Heizung kalt bleibt und geben euch Tipps zur Lösung.

Heizkörper wird nicht warm- was kann man tun?

Es gibt ganz verschiedene Gründe, warum ein Heizkörper kalt bleibt. Oft sind es nur kleine Fehler, wie zum Beispiel, dass die Zeit falsch eingestellt ist und eure Heizung vielleicht in der Nacht läuft statt am Tage. Zu Beginn der Heizperiode ist auch ein häufiger Fehler, dass die Umwälzpumpe noch abgeschaltet ist. Das sind aber eher selten auftretende Ursachen, da zumeist die Warmwasserversorgung ebenso über das Heizungssystem läuft und ihr diese Fehler dann auch schon weit vorher bemerkt haben müsstet. Ob eure Umwälzpumpe eingeschaltet ist, könnt ihr daran erkennen, dass ihr ein leichtes Vibrieren spürt, wenn ihr das Ohr oder eure Hand leicht auf die Pumpe legt.

Der Heizkörper wird nicht warm, wenn er zuviel Luft führt, ein zu niedriger Wasserdruck besteht, das Thermostat-Ventil klemmt oder eingerostet ist. Diese drei Hauptgründe wollen wir in unserem Beitrag näher erläutern.

Die Heizung entlüften

Einer der häufigsten Gründe, warum die Heizung nicht warm wird, ist zuviel Luft in der Heizung. Oftmals macht sich dies schon durch ein Gluckern, Klackern oder Rauschen bemerkbar. Durch zuviel Luft im Heizungssystem kann sich das Wasser nicht mehr richtig aufheizen und eure Heizung bleibt ganz oder teilweise kalt. Das Entlüften der Heizung ist nicht schwer. Wir haben es euch ausführlich in unserem Beitrag Heizung richtig entlüften in 5 Schritten ausführlich beschrieben.

Zu niedriger Heizdruck im System

Im Zusammenhang mit Geräuschen in der Heizung, vor allem bei einem Klackern, kann aber auch ein anderer Grund vorliegen. Habt ihr durch das Entlüften sichergestellt, dass es nicht Luft ist, die eure Heizkörper nicht warm werden lassen, dann kann ein zu niedriger Druck in der Heizungsanlage der Grund für eine kalte Heizung sein. Auch wenn ihr unsere Entlüftungsanleitung durchgeht und immer nur Luft aus der Heizung entweicht und kein Wasser kommt, kann es am Druck liegen. In der Nähe des Kessels findet ihr den Druckmesser, das Manometer. Hier könnt ihr ablesen, wie hoch der Druck in eurer Heizungsanlage ist. IN ienem Einfamilienhaus sollte dieser zwischen 1 und 1,5 Bar liegen. Ist er niedriger, müsst ihr Heizungswasser nachfüllen. Wohnt ihr in einer Mietwwohnung, ist es sinnvoll, den Eigentümer, Hauswart bzw. Hausmeister zu kontaktieren, der sich dann darum kümmert. Legt nicht selbst Hand an!

Vor- und Rücklauf sind vertauscht

Dauerhaftes Klackern in der Heizung und damit verbunden eine kalte Heizung kann aber auch noch andere Ursachen haben. Es könne zum Beispiel Vor-und Rücklauf vertauscht sein. Dieses Phänomen sollte nur nach Wartung (unsachgemäßer), Neuinstallation der Anlage oder falscher Generalüberholung dieser auftreten. Dreht eure Heizung zur Überprüfung ab und wartet, bis sie richtig abgekühlt ist. Nun dreht ihr sie wieder an und fasst vorsichtig an das Vorlaufrohr. Wir dieses nicht als erstes warm, dann stimmt definitiv etwas nicht. Jetzt hilft nur der Griff zum Telefon und das Rufen eines Fachmannes.

Klemmende Ventile bei der Heizung

Habt ihr entlüftet, die Pumpe läuft, der Wasserdruck stimmt auch und der Heizkörper wird nicht warm, kann es noch an den Ventilen liegen. Die Heizkörperventile regeln den Durchfluss des heißen Wassers durch den Heizkörper und bestimmen somit, wieviel Wärme dieser abgeben kann. Oftmals drehen wir die Ventile ja im Sommer zu und dann kann es schon einmal passieren, dass diese über die Zeit verklemmen oder auch verschmutzen. Ist das Thermostat also vollständig geöffnet und bleibt die Heizung immer noch kalt, werft ein Auge auf die Ventile.

Auch hier könnt ihr euch selbst behelfen und das Thermostat überprüfen. Schraubt den Thermostatkopf ab, dann seht ihr das Ventil. Meist ist er mit einer Mutter befestigt, sodass ein einfacher Schraubenschlüssel als Werkzeug völlig ausreicht. Das Ventil hat einen kleinen Stift in der Mitte, der für den Durchfluss verantwortlich ist. Normalerweise lässt dieser sich leicht bewegen. Ist er fest, dann greift mit einer Zange vorsichtig zu und bewegt den Stift hinein und hinaus, um ihn zu lockern. Macht kurze Bewegungen, damit ihr den Stift nicht beschädigt. Sobald der Stift wieder beweglich ist, gebt ihm ein bisschen Öl und schraubt den Thermostatkopf wieder an. Jetzt müsste eure Heizung wieder funktionieren.

Die Heizung ist undicht

Es kommt sehr selten vor, aber sag niemals nie! Wenn die Heizung tropft, also definitiv irgendwo undicht ist, wird sie natürlich auch nicht richtig warm. Häufig sind in diesen Fällen die Gummidichtungen schuld, die Alterserscheinungen zeigen. Auch die Heizungsnähte können undicht sein oder fehlerhaft sein. Manchmal sind sogar Schäden an den Rohren zu beklagen. Sollte eure Heizung Wasser verlieren, dann ruft einen Installateur, der der Sache auf den Grund geht und die notwendigen Reparaturen durchführt. Wer lange zögert, erhöht die Schäden und somit auch die anfallenden Kosten.

Fehler bei der Brennstoffversorgung

Vielleicht habt ihr beim Lesen der Überschrift gerade ein wenig die Stirn gerunzelt, aber auch die Brennstoffversorgung kann ein Punkt sein, weswegen euer Heizkörper nicht warm wird. Wir meinen damit nicht, dass komplett gar kein Brennstoff im Tank ist, sondern wollen auf etwas  leicht anderes hinaus. Es ist wichtig, dass der Energieträger, also das ÖL, das Gas oder andere Brennstoffe ungehindert verwertet werden können. Lasst ihr beispielsweise eure Öltanks häufig ziemlich leerlaufen, ehe ihr sie wieder betanken lasst, dann kann das ÖL verdicken und verschlickt durch sich absetzende Schwebstoffe. Diese Masse verstopft dann Ventile und Leitungen – eure Heizung bleibt kalt. Deswegen tankt immer nach, wenn noch ungefähr ein Viertel im Tank ist, sodass es nicht zur Verschlickung kommt.

Habt ihr eine Gasheizung, dann kann fehlende Wärme an den Durchlassventilen liegen. Dies muss ein Fachmann überprüfen. Bei Heizungen, die auf Umweltwärme zurückgreifen, sind Erdsonden und Luftventilationssysteme die neuralgischen Punkte. Auch hier holt einen Profi und legt nicht selbst Hand an.

Das waren die wichtigsten Punkte, an denen es liegen kann, wenn der Heizkörper nicht warm wird. Oft reichen ein paar einfache Handgriffe, um die Heizung wieder zum Laufen zu bringen. Funktioniert die Heizung nach den Maßnahmen,k die man selbst ergreifen kann, immer noch nicht, dann ruft immer einen Fachmann. Es besteht die Gefahr, dass ihr, wenn ihr selbst an der Anlage herumbastelt, den Schaden noch erhöht. Habt ihr noch weitere Tipps gegen und Erfahrungen mit kalten Heizungen? Dann lasst es uns wissen. Wir freuen uns wie immer über Feedback!

 

Heizkörper wird nicht warm – Lösungen und Tipps
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