Heute dreht sich alles um die perfekte Oberfläche, welche man durch Hobeln oder Schleifen erreichen kann. Doch bevor wir uns in der kommenden Zeit angucken, welche Technik die Bessere ist, gehen wir heute in unserer Anleitung erstmal an die Grundlagen, die man beim Hobeln beachten muss. Hobeln lernen ist nicht schwer, aber erfordert ein wenig Wissen und Übung. Wer Verbesserungsvorschläge hat, der kann gerne einen Kommentar hinterlassen.

Hobeln Schritt für Schritt

Bei vielen Handwerkern ist der Hobel in Vergessenheit geraten, dabei kann man mit ihm mit relativ wenig Kraftaufwand schöne Oberfläche zaubern. Damit dieses traditionelle Werkzeug wieder mehr Beachtung findet, kommt hier unsere Schritt-für-Schritt Anleitung. Wer jetzt denkt, dass man nur mit dem Elektrohobel gute Ergebnisse erzielt, der irrt sich, denn der gute alte Handhobel ermöglicht extrem präzises Arbeiten.

Was ein Hobel alles kann

Gerade beim Nivellieren, also dem Abrichten oder Anpassen von Werkstückkanten ist der Hobel das beste Werkzeug, da die Flächen nochmal deutlich glatter werden, als mit beim Einsatz einer Schleifmaschine. Man kann das Hobeln aber nicht nur für glatte Oberflächen nutzen, auch beim Entfernen von alten Lackschichten ist das Werkzeug bestens geeignet.

Mit dem Hobel Lack entfernen

Gerade beim Lack entfernen ist das Hobeln eine ausgezeichnete Wahl. Wenn Schleifmittel durch mehrere Schichten Lack an ihre Grenzen kommen, glänzt der Hobel mit seiner Leistung. Schleifpapier verklebt, sobald sich der Lack durch die Reibung erwärmt hat und muss ausgetauscht werden. Das produziert Betriebskosten. Auch für den Handwerker ist es schön, wenn man keinen giftigen Schleiflack einatmen muss. Auch die Verwendung von einem Abbeizer ist auf Dauer sehr kostenintensiv. Der Elektrohobel arbeitet sauber und schnell. Das Schönste ist, dass man hinterher eine unglaublich glatte Oberfläche hat und der Umwelt durch den Verzicht auf Chemie einen Gefallen tut. Welcher Lack auf dem Holz ist, spielt beim Hobeln keine Rolle. Man kann beim Hobeln dicke Lackschichten einfach schichtweise abtragen und das auf natürliche Art und Weise.

Ein echtes Multitalent

Wer das Hobeln kennt, der wird es lieben, denn der Hobel ist ein echter Allrounder. Vom Anfasen, über das Verputzen von Leimstellen (Zinkenverbindungen, …), bis hin zum Kürzen von Türen – alle Aufgaben erledigt der Handhobel mit Bravour. Man kann sogar aus der Not heraus mit einem gewöhnlichen Metallhobel eine rohe Bohle glatt machen. Natürlich ist der passende Schrupphobel die bessere Wahl, doch theoretisch möglich ist es.

Beim Kauf von Leimholzbrettern beim Holzhändler findet man an der Längskante eine Fase, welche nach dem Schnitt abhanden geht. Diese stellt man mit dem Hobel im Handumdrehen wieder her. Selbst zum Runden eignet sich das Werkzeug: mit langen Zügen über die Längskante und Anpassung des Arbeitswinkels entsteht Schritt für Schritt eine saubere und gleichmäßige Rundung.

Aufbau vom Hobel

Sehen wir uns noch einmal schnell den Aufbau von einem Handhobel an:

  • Hobelkasten
  • Hobelsohle (wenn Holzhobel, dann ist die Sohle härter, als der Kasten)
  • Hobelmesser (Hobelblatt)
  • Klappe (hier wird das Hobelmesser verschraubt)
  • Hobelmaul (Messereinsatz)
  • Keil (fixiert das Messer im Hobelkasten)
  • Hobelhorn (Griff zum Hobeln)
  • Schlagknopf (Hobelmesser lösen oder verstellen)

Tipp: Beim Kauf der Hobelmesser sollte man auf Qualität achten! Wer beim Hobel nur auf den Preis sieht, sollte sich auch ansehen, was die Ersatzmaterialien kosten.

Der passende Hobel – Schritt 1

Es gibt über 21 unterschiedliche Hobelarten und die Hersteller entwickeln regelmäßig Neuheiten. Da fällt es gerade dem Anfänger nicht leicht den Überblick zu behalten. Der Anfänger kann sich zu Beginn als Grundausrüstung in der Regel einen Einhandhobel für grobe Arbeiten und einen Putzhobel für feine Arbeiten zulegen.

Hier sind einige Hobelarten und Sonderformen:

  • Handhobel
  • Elektrohobel
  • Metallhobel
  • Holzhobel
  • Schrupphobel
  • Einhandhobel
  • Doppelhobel
  • Putzhobel
  • Schlichthobel
  • Rauhbank
  • Zahnhobel
  • Simshobel
  • Grathobel
  • Falzhobel
  • Nuthobel
  • Grundhobel
  • Schiffhobel
  • Kanna – japanischer Hobel

Feine Arbeiten mit dem Handhobel

Der Handhobel hat Tradition und sich oft bewährt. Hier muss man sich, unabhängig von der Hobelart erstmal entscheiden, ob der Körper aus Metall oder Holz sein soll. Von der Funktion her unterscheiden sich die beiden Hobel nicht: Der Spandurchgang im Hobelkörper hat ein Hobeleisen, welches die Späne nach oben wegführt. Doch ein Holzhobel sieht nicht nur traditioneller aus, sondern liegt auch angenehmer in der Hand. Auch die Oberfläche wird durch das Material mehr geschont. Aber auch der Metallhobel hat seine Vorteile. Er ist nicht nur extrem langlebig und robust, sondern auch für Links- und Rechtshänder zu nutzen. Beim Holzhobel muss man sich einen passenden Hobel für die jeweilige Arbeitshand holen. Dabei ist das Horn passend der Bewegung und Richtung ausgelegt.

Ein Doppelhobel ist auch erstmal ein Handhobel, welcher überwiegend im Möbelbau von Schreinern und Tischlern verwendet wird. Er hat ein weiteres Messer, welches Klappe genannt wird. Die Klappe soll den Span brechen und sorgt so für ein sehr sauberes Arbeitsergebnis.

Arbeiten mit dem Elektrohobel

Wer nicht die eigene Muskelkraft in Anspruch nehmen will, der entscheidet sich für einen Elektrohobel. Der Elektrohobel hat den Vorteil, dass man besonders bei großen Flächen, dicken Abtragungsschichten oder harten Hölzern ermüdungsfrei und schnell arbeiten kann. Dafür sagt man ihm aber auch nach, dass man nicht das gleiche Gefühl für das Werkstück bekommt, wie bei einem Handhobel. Hier rotiert die Klinge durch Strom. Der Spanauswurf befindet sich nicht oben, sondern an der Außenseite, je nach Modell rechts oder links. Neben unterschiedlichem Komfort in der Ausstattung sind hier Drehzahl, Motorleistung und Gewicht die Unterscheidungsmerkmale . Eine qualitativ hochwertige Maschine bietet in der Regel den Komfort einer V-Nut in der Hobelsohle. Das hilft bei der sicheren Führung an Kanten.

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Werkzeug prüfen – Schritt 2

Unabhängig davon, welchen Hobel man nun aussucht, ist es wichtig, dass das Messer auch exakt eingestellt und scharf ist. So bekommt man einen durchgehend gleichmäßigen Span, der das gewünschte Ergebnis erzielt. Entweder wird das Messer geschliffen und geschärft, sobald man Unebenheiten sieht oder man nimmt ein Wechselmesser. Bevor man es austauscht, kann man es einmal wenden. Wechselmesser kann man nicht nachschleifen. Ein korrekt eingestellter Hobel sorgt dafür, dass die Holzfaser vom Span möglichst früh bricht.

Wenn das Hobelmaul zu weit ist, dann wird das Holz gerissen und nicht abgeschnitten. Die meisten Handhobel haben nicht die Möglichkeit das Maul nachzujustieren. Hier schafft ein Doppelhobel Abhilfe. Wir lesen oft Anleitungen, in denen der Hobel teilweise als schlecht dargestellt wird, und wenn man genau hinguckt, sieht man an der Arbeitsweise, dass der eigentliche Grund für die Fehlfunktion nicht das Können oder der Hobel falsch ist, sondern das Messer nicht richtig geschärft wurde. Aber auch, wie das Messer zur Fläche eingestellt wird, ist entscheidend. Die Hobelklinge muss beim Peilen über die Hobelsohle kaum noch zu sehen sein.

Saubere Arbeit zahlt sich aus

Wer mit der richtigen Technik und dem passenden Werkzeug hobelt, der wird keine Schleifspuren und einwandfrei glatte Flächen ohne Riefen erhalten. Das Endprodukt, egal ob Rahmen oder Möbelstück, ist auch deutlich weniger anfällig für Schmutz, da beim Hobeln entlang der Maserung gearbeitet und so eine dichte, glatte Oberfläche erzeugt wird.

Tipp: Nur weil der Hobel nicht benutzt wird, heißt das nicht, dass er einsatzbereit bleibt. Die falsche Lagerung und Rost können den Hobel unbrauchbar machen. Stellt den Hobel nicht auf die Klinge und lagert ihn an einem trockenen Ort.

Hobelmesser austauschen oder einsetzen -Schritt 3

Bei einem Doppelhobel beispielsweise wird als erstes die Klappe montiert. Diese wird quer auf das Messer geführt und dann leicht mit der Schraube festgedreht. Die Klappe wird mit leichtem Abstand über das Hobelmesser geführt und befestigt. Jetzt kann man das Messer auch schon in das Hobelmaul bringen und mit dem Holzkeil fixieren. Zur feinen Justierung kann man nun einen leichten Schlag auf den Schlagknopf geben und das Messer zurückstellen, damit beim Hobeln feine Späne entstehen. Wer ein altes Messer lösen will, gibt mehrere kräftigere Schläge auf den Knopf und der Keil wird sich lösen, so dass das Messer freigegeben wird.

Werkstück vorbereiten – Schritt 4

Damit das Hobeln nicht schief geht, muss das Werkstück fest sitzen. Man kann es ganz einfach mit einer Zwinge und Böcken befestigen. Aber auch eine Hobelbank erleichtert einem die Arbeit. Hierbei steht nicht nur die Sicherheit im Vordergrund, sondern auch die saubere Durchführung beim Hobeln.

Hobeln es geht los – Schritt 5

Nachdem wir alles Notwendige wissen und auch alle Details vorbereitet haben, kann es losgehen. Nehmt mit eurer Arbeitshand das Hobelhorn, damit ihr den Hobel sicher führen könnt. Jetzt entscheidet die richtige Arbeitsposition über den weiteren Erfolg: Man muss so neben dem Werkstück stehen, dass man sicher in angenehmer Arbeitshaltung mit gleichmäßigen Bewegungen auf der gesamten Länge des Werkstücks hobeln kann. Wer eine schlechte Position einnimmt, der kann entweder keinen richtigen Schwung in die Arbeit bringen oder den Druck nicht gleichmäßig halten – das Ergebnis ist eine unsaubere Arbeit.

Hobeln Technik

Echte Muskelkraft

Die Kraft beim Hobeln kommt nicht nur aus den Armen, sondern auch vom Körpergewicht des Rumpfes: Also ist voller Körpereinsatz gefragt! Der Hobel wird leicht schräg zum Werkstück platziert, damit die Klinge möglichst einfach schneiden kann. Wir führen das Hobeln immer in Richtung der Faser durch, ansonsten reißt unter Umständen die Holzfaser aus. Wenn der Hobelstoß nach einer Bahn durchgeführt wurde, dann wird der Hobel komplett hochgehoben und wieder in die Ausgangslage für die nächste Bahn geführt, ansonsten hat man im schlimmsten Fall Unebenheiten und Riefen.

Entspannt mit der Maschine

Wer mit einem Elektrohobel arbeitet, der kann zwar die Tiefe des Abtrags ganz einfach und bequem per Knopfdruck (auch während der Arbeit) nachstellen, aber man sollte hier den Span nicht zu tief abtragen, sondern lieber den Arbeitsschritt öfter durchführen, denn die Qualität (fein und glatt) sieht man hinterher. Beim Elektrohobel arbeitet man langsam und ohne Druck. Zwar ist die Einstellung beim gewöhnlichen Handhobel etwas anstrengender, aber auch hier sollte man lieber mehrere Arbeitsschritte aufwenden und keine zu starke Spantiefe wählen. Beim normalen Handhobel gibt es auch Modelle mit Einstellrädchen, welche einem die Arbeit erleichtern.

Holzarten beachten

Bekanntlich gibt es unterschiedliche Holzarten. Etwas kniffliger ist das Hobeln bei Stirnholz. Hier sollte die Hobelbahn nicht länger als 2/3 der Länge des Werkstücks betragen. Wer hier zu schnell arbeitet und die ganze Bahn auf einmal meistert, kann eine böse Überraschung in Form von Splittern und Rissen erleben. Nach und nach wird die übrige Fläche angepasst. Die Arbeit beginnt an der Außenkante und geht zur Mitte. Wer dennoch in einer kompletten Bahn die Arbeit erledigen will, der sollte ein weitere Platte Holz dahinterspannen, so dass das Holz nicht ausreißen kann. Wichtig ist hier die Bündigkeit.

Damit man nicht nur mit dem Auge sauber arbeitet (unabhängig vom Holz), sollte man regelmäßig die Wasserwaage zur Hilfe nehmen. So sieht man, ob die Arbeit plan verläuft. Der Anschlagwinkel hilft bei der Überprüfung der Seiten, so erhält man einen 90° Winkel.

Häufigste Fehler beim Hobeln

  • falsche Arbeitshaltung oder fehlender Schwung
  • unscharfes, defektes oder rostiges Messer
  • falsche Handhabung der entsprechenden Holzart (siehe Stirnholz)
  • keine ausreichende Sicherung des Werkstücks
  • zu große Spantiefe
  • Arbeiten entgegengesetzt zur Faserrichtung
  • kein Nachmessen mit Winkel und Wasserwaage
  • Druck beim Elektrohobel aufbringen

Hier noch ein Video als Anleitung, um das Hobelmesser zu schärfen:

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Fazit zum Hobeln

Hobeln ist die wohl schönste Methode Flächen zu glätten. Sicherlich braucht man etwas Übung und das richtige Werkzeug, aber wenn man mit dem Hobeln lernen fertig ist, dann macht es sehr viel Spaß mit diesem Werkzeug zu arbeiten. Wenn Ihr andere Erfahrung mit dem Hobeln gemacht habt oder Fragen habt, dann freue ich mich über einen Kommentar.