Zwingen

Zwingen gehören in der Fertigungstechnik zu der Gruppe der Spannmittel. Mit ihnen werden Werkstücke oder Werkzeuge während der Bearbeitung fixiert. Weitere Spannmittel sind der Schraubstock, Aufspannwinkel, Spannfutter (zum Beispiel an Bohrmaschinen oder Drehbänken) und sogar Kabelbinder und Gummibänder. Je nach der Art Verfahrens der Fertigung und den Ansprüchen an Genauigkeit werden die unterschiedlichen Spannmittel

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eingesetzt. Hier soll es aber um die Zwingen gehen.

Arten von Zwingen

Zwingen schaffen das, was kaum ein Mensch schaffen kann. Sie halten zwei Werkstücke oder Bauteile solange zusammen, wie an ihnen gearbeitet werden muss oder eine Verleimung trocknen muss. Sie halten die Werkstücke in ein und derselben Position ganz genau und auf lange Zeit zusammen. Grundsätzlich werden Zwingen in Schraub – und Klemmzwingen unterschieden. Klemmzwingen werden auch als Leimzwingen bezeichnet. Eine besondere Form von Klemmzwingen sind die Federzwingen.

Aufbau und Funktion einer Schraubzwinge

Über alle Gewerke hinweg weit verbreitet, wenn es um das Zusammenpressen und festhalten von Werkstücken während der Bearbeitung geht, ist die Schraubzwinge. Vielleicht ist IHnen auch schon der Begriff Schraubknecht untergekommen. So werden sehr große Schraubzwingen bezeichnet. Schraubzwingen bestehen aus zwei Spannarmen auf einer Schiene. Dabei ist ein Spannarm fest mit der Schiene verbunden, während der andere frei beweglich ist. Durch diesen führt eine Gewindespindel, die unten einen Holzgriff oder Knebel hat und oben mit einer Kugeldruckplatte ausgerüstet ist. Wollen Sie nun ein Werkstück einspannen, legen Sie zunächst den festen Spannarm am Werkstück an und fixieren es grob mit dem beweglichen Arm. Die feine Anpassung und das richtig kräftige Anpressen erledigen Sie dann mit der Gewindespindel.

Zwingen mit Schraubvorrichtung gibt es meist mit Fest- und Gleitbügel aus Temperguss, wie wir sie auch im Theo Schrauben-Shop anbieten. Sie sitzen auf geriffelten Stahlschienen und haben Zwingen aus Glanzstahl. Die Glanzstahlzwingen haben im Gegensatz zu anderen Materialien eine besonders hohe Elastizität, so dass Sie sie besonders bei vibrationsstarken Bearbeitungsvorgängen einsetzen können. In der Holzverarbeitung werden die Auflageflächen der Zwingen noch mit Kunststoffkappen versehen, um das Material zu schonen und Druckstellen zu vermeiden. Oft verwenden Tischler und Schreiner auch noch zusätzliche Zulagen aus Holz, die noch zwischen Werkstück und Zwinge mit eingespannt werden. In vielen Fällen greift aber das holzverarbeitende Gewerbe, vor allem bei kleineren und feineren Arbeiten, auf Klemmzwingen zurück.

Aufbau und Funktion einer Klemmzwinge

Eine Klemmzwinge oder auch Holzzwinge besteht aus einer Stahlschiene, einem Exzenterhebel und zwei hölzernen Backen. Die Backen haben Druckflächen, die meist mit Kork gepolstert sind. Die eine Backe ist an einem Ende der Schiene unverrückbar fest angebracht, die andere kann auf der Schiene beliebig verschoben werden. Durch das Verschieben können Sie die Zwinge an unterschiedliche Werkstücke anpassen. Mithilfe eines Exzenterhebels wird die bewegliche Backe dann in Richtung der festen gedrückt. Durch die Konstruktion wird ein Verrutschen durch Selbsthemmung verhindert. Das Werkstück sitzt nun richtig fest in der Vorrichtung. Der Kork schützt die Werkstücke zum einen vor hässlichen Druckstellen und zum anderen halten die Zwingen auch schräge oder gebogene Teile sehr gut fest. Klemmzwingen werden vor allem in der Holzverarbeitung eingesetzt, um Verleimungen aushärten zu lassen.

Im Jahr 1914 hat der Tischler Ernst Dünnemann in Hannover die Klemmsia mit dem Exzenterhebel und der Stahlschiene entwickelt. 1918 bekam er dann auch das Patent dafür. Ihre weite Verbreitung erfuhr sie durch das Vorstellen auf der Hannoverschen Messe 1953. Vor der Klemmsia waren zwar auch schon Zwingen zum Klemmen üblich, allerdings hatten sie meist eine Holzschiene und keinen Exzenterhebel.

Kleine Zwingen – Die Federzwinge

Federzwingen sind quasi kleine Klemmzwingen, die Sie mit einer Hand bedienen können. An einem Griff wie bei einer Zange zum Beispiel laufen die Spannarme in unterschiedlicher Stärke aus. Es gibt Ausführungen mit einem oder mit zwei beweglichen Spannarmen. Vor allem kleinere  und empfindliche Werkstücke, Ecken und Kanten oder schwer zugängliche Bereiche können mit den praktischen Federzwingen gut erreicht und befestigt werden.

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