Ihr habt gerade das Gartenhaus, den Schuppen oder den Anbau eures Hauses im Visier und das Dach müsste neu gedeckt werden. Oft sind diese Arten von Hütten und Häusern mit Dachpappe ausgestattet und genau diese muss zunächst herunter und dann eben neu wieder drauf. Doch, was macht man dann mit den Unmengen anfallender alter Dachpappe? Einfach in den Restmüll ist einerseits verboten und andererseits  sind die Mengen auch viel zu groß. Ihr müsst die Dachpappe entsorgen, und zwar umweltgerecht und bei Teerpappe auch noch dokumentiert! Wir haben uns also das Thema genauer angesehen und erklären euch, wie es geht.

Was ist Dachpappe überhaupt?

Ehe wir richtig ins Thema der Entsorgung der Dachpappe einsteigen, wollen wir euch kurz die verschiedenen Arten von Dachpappe vorstellen.

Dachpappe wird auch als Teerpappe bezeichnet. Sie ist wie eine Haut für das Dach und sitzt direkt unter den Dachziegeln. Ihr schützt euer Haus mit Dachpappe besser vor Witterungseinflüssen. Oft wird sogar, vor allem bei so kleinen Bauprojekten wie einem Gartenhaus, auf das zusätzliche Legen von Dachziegeln verzichtet. Dann wird es auch noch einfacher, selbst ein Dach zu decken, denn das Verlegen von Dachpappe ist gar nicht so schwer. Doch zunächst muss sie runter vom Dach und ordentlich entsorgt werden.

Arten von Dachpappe

Dachpappe ist einer der Werkstoffe, die nicht immer und ewig halten und eben auch einmal ausgetauscht werden müssen. Die Dachbahnen aus Bitumen oder Teer, früher sogar Asbest, werden brüchig und lassen Feuchtigkeit eindringen. Ein Zustand, der natürlich nicht tragbar ist. Manch einer will sich nun das Herunterreißen und Entsorgen sparen und legt einfach weitere Bahnen von Teerpappe oder Bitumen aufs Dach, doch wir raten euch dringend davon ab! Die vielen Schichten führen zu einem höheren Gewicht, welches die Dachkonstruktion tragen muss und außerdem  erhöht sich auch die Brandgefahr.

Asbest

Asbest ist in Deutschland ein mittlerweile verbotener Werkstoff, denn er ist krebserregend. Früher wurde Asbest aber gerne in Bodenbelägen oder im Dachbau verarbeitet. Es kann also durchaus sein, dass ihr auf eurem alten Garagendach noch solche Dachpappe liegen habt. Seid daher besonders vorsichtig beim Entfernen.

Teerpappe

Auch die Herstellung der Teerpappe ist heute eingestellt. Teerpappe enthält polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK-Verbindungen). Auch die gute alte Teerpappe wurde früher sehr häufig verwendet. Allerdings müsste auch sie ihre Haltbarkeit mittlerweile schon längst überschritten haben, sodass ihr sie kaum noch auf euren Dächern finden dürftet. Doch sicher ist sicher. Prüft das lieber nach.

Bitumenpappe

Moderne Dachpappen, die ihr nun in jedem Baustoffhandel oder Baumarkt kaufen könnt, sind grundsätzlich Bitumenmatten bzw. -bahnen. Sie sind nicht mehr in Teer, sondern in Bitumen getränkt, welches keine giftigen Stoffe enthält. Bitumen ist ein Erdölprodukt, welches wenige PAK-Verbindungen enthält und dadurch weniger schädlich für Mensch und Umwelt ist. Nichtsdestotrotz müsst ihr auch Bitumen, genauso wie Teerpappe, getrennt von anderem Abfall entsorgen, denn es gehört nicht in den Hausmüll oder auf den Sperrmüll.

Dachpappe Bahnen auf Rollen

Dachpappe entsorgen – wie es richtig geht

Dachpappe mit Teer gilt als sogenannter „überwachungsbedürftiger Abfall“ und es gelten für die Entsorgung strenge Richtlinien. So muss nach dem Kreislaufwirtschaftsgesetz eine umfangreiche und vor allem lückenlose Dokumentation der Entsorgung erfolgen. Ihr dürft sie eigentlich nicht einmal auf eurem Grundstück längere Zeit lagern. Das ist damit begründet, dass sich die in der Dachpappe verarbeiteten Substanzen nach und nach auswaschen und ins Erdreich eindringen. Bitumenbahnen gelten als gesundheitlich unbedenklich, müssen daher auch nicht dokumentiert werden. Allerdings gehören sie, wie oben schon erwähnt, nicht auf den Sperrmüll, sondern sollten auch auf den Wertstoffhof oder durch einen Containerdienst abgeholt werden. Auch die Bitumen.-Dachpappe wird in speziellen Anlagen neu aufbereitet.

Dachpappe entsorgen – die richtige Vorbereitung

Tragt beim Entfernen der Dachpappe auf jeden Fall langärmlige Kleidung, einen Mundschutz, Handschuhe und auch eine Schutzbrille. Nicht nur, dass ihr nicht wisst, was genau in eurer alten Dachpappe verarbeitet ist, es kann auch ordentlich stauben. Und Staub einzuatmen solltet ihr immer vermeiden. Ehe ihr euch ans Werk macht und die Bahnen abzieht, müsst ihr euch unbedingt vorher um den Abtransport der alten Dachpappe kümmern. Ein Container sollte bereitstehen oder Folien und Säcke, in die die Dachpappe hineinkommt, nachdem ihr sie abgelöst habt, sind häufig wichtig. Erkundigt euch bei eurem Entsorgungsdienst, wie genau ihr die Dachpappe zum Entsorgen anliefern und eventuell einpacken müsst.

Vor dem Dachpappe entsorgen steht noch das Entfernen der Dachpappe. Das ist gar nicht immer so einfach und besonders bei verklebten Dachplattenbahnen braucht man spezielles Werkzeug oder unendlich viel Geduld und Kraft. Deswegen haben wir natürlich auch eine Anleitung für das Dachpappe entfernen für euch in Arbeit, welche ihr auch bald in unserem Handwerkerblog von Theo-Schrauben lesen könnt.

Dachpappe selbst zum Wertstoffhof bringen

Egal, ob ihr teerhaltige oder bitumenhaltige Dachpappe entsorgen wollt, beide müssen getrennt von anderen Baustoffen und Schutt entsorgt werden. Eine Möglichkeit ist es, die Dachpappe selbst zu einem Wertstoffhof zu fahren. Am besten holt ihr euch dafür große Kunststoffsäcke. Oft werden diese als Big Bags von den Städten und Gemeinden bzw. den Wertstoffhöfen angeboten. Füllt die Säcke nicht zu voll, denn die Dachpappe hat ein enormes Eigengewicht.

Dachpappe entsorgen mit dem Containerdienst

Einfacher ist es, einen Containerdienst mit der Abholung der Dachpappe zu beauftragen. Dafür müsst ihr allerdings erstens genau wissen, wie viel Abfall anfallen wird und vor allem, welcher Art er sein wird. Handelt es sich nämlich um Teerpappe, dann muss die Entsorgung penibel dokumentiert werden. Entfernt also am besten schon vorab ein kleines Stück. Strömt euch intensiver Teergeruch entgegen, müsst ihr nach Kreislaufwirtschaftsgesetz entsorgen. Der sicherste Weg, um festzustellen, um welche Art von Dachpappe es sich handelt, ist es, diese untersuchen zu lassen. Das übernehmen die Entsorgerdienste für euch. Sprecht alles vorher ab, euer regionaler Entsorger hilft euch bei Unklarheiten und macht euch ein Angebot.

Dachpappe entsorgen – Kosten

Apropos Angebot! Die Kosten für die Entsorgung eurer Dachpappe variieren natürlich regional. Meist müsst ihr mit einer Summe von 200 Euro pro angefangener Tonne rechnen. Etwas teurer wird die Bereitstellung eines Containers sein, welcher dann abgeholt wird. Hier kann ein sieben Kubikmeter-Container zwischen 250 und 350 Euro kosten. Es lohnt sich, die Anbieter zu vergleichen.

Dachpappe entsorgen – so geht es richtig
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