Dachpappe verwendet man heutzutage meist, wenn man kleinere Dächer wie die von Schuppen, Gartenhäusern oder Garagen eindecken möchte. Für diese Arbeiten ruft man meist keinen Dachdecker, sondern legt selbst Hand an. Damit das Dach dann auch wirklich dicht ist, denn das ist die wichtigste Aufgabe eines Daches, muss man aber auch alles richtig machen und ein paar Fehler vermeiden, die häufig bei Laien auftreten. Wie ihr richtig Dachpappe verlegen könnt, wollen wir euch deswegen in dieser Anleitung zeigen. Wir gehen dabei auf das Verlegen von Dachpappe durch Kleben und Nageln und das Aufschweißen von Bitumenbahnen ein.

Was ist Dachpappe?

Dachpappe ist mit Bitumen getränkte Pappe. Das Bitumen wird auf das Trägermaterial aufgebracht und oftmals noch mit einer Schicht aus Kies oder Sand bewalzt. dadurch erhöht sich die UV-Beständigkeit und die Haltbarkeit. Sie wird bei größeren Dächern meist als Zwischenschicht eingezogen. Bei kleineren, wie den von uns erwähnten Schuppen, Gartenhäusern und Garagen, kann sie aber auch als alleinige Dachabdeckung verwendet werden. Dabei gibt es verschiedene Arten der Vorgehensweise. Man kann Dachpappe verlegen, indem man:

  • sie nagelt
  • sie anschraubt
  • die Dachpappe festtackert
  • sie mit Flüssigbitumen verklebt
  • mit Kaltkleber verklebt
  • mit dem Gasbrenner verschweißt

Wir wollen nicht auf alle Arten eingehen, denn das würde eine unendlich lange Anleitung werden, sondern uns auf drei Arten konzentrieren. Wir erklären euch, wie ihr Dachpappe nageln, kleben und verschweißen könnt.

Vor dem Dachpappe verlegen

Egal, welche Art der Befestigung der Dachpappe ihr wählt, müsst ihr das Verlegen der Dachpappe gut vorbereiten. natürlich muss die Dachfläche ausgemessen werden, damit ihr auch wisst, wie viel Dachpappe ihr überhaupt kaufen müsst. Achtet dabei auch immer auf den Verschnitt, der entsteht. Außerdem müsst ihr bei schrägen Dächern oder Satteldächern mit einberechnen, dass die Bahnen überlappen müssen. Außerdem ist es wichtig, dass ihr vor der Berechnung der Menge wisst, ob ihr eine einfache Deckung oder eine doppelte Deckung anstrebt. Bei kleineren Flächen reicht meist eine einfache Lage, bei größeren Dächern solltet ihr lieber eine doppelte Deckung anstreben. Dann benötigt ihr entsprechend natürlich auch die doppelte Menge an Dachpappe.

Wisst ihr, wie viel Dachpappe ihr benötigt und habt sie eingekauft, geht es an die Vorbereitung des Daches. Ihr solltet alle vorstehenden Teile entfernen, alte Nägel und Schrauben oder Verletzungen am Holz, kleine Splinte und ähnliches müsst ihr entfernen. Außerdem muss die Fläche trocken und sauber sein. Wählt also am besten einen nicht zu kalten Tag, an dem vielleicht die Sonne scheint für euer Vorhaben.

Wenn es nicht gerade ein Neubau ist, dann steht ihr noch vor der Herausforderung die alte Dachpappe zu entfernen und sie zu entsorgen. Dafür haben wir zwei spezielle Blogbeiträge für euch geschrieben, die ihr euch wirklich durchlesen solltet, ehe ihr loslegt. Nicht nur beim Dachpappe entfernen, sondern vor allem auch bei der Entsorgung von Dachpappe gibt es einiges zu beachten.

Möglichkeiten zum Verlegen von Dachpappe

Ist alles gut vorbereitet, kann es auch schon losgehen. Geht ausgeruht aufs Dach und stellt sicher, dass rundherum auf dem Boden keine Gegenstände liegen, an denen ihr euch noch schlimmer verletzen könnt, solltet ihr abstürzen, was wir natürlich nicht hoffen, denn ihr geht sehr sorgfältig auf dem Dach mit eurer Gesundheit um. Tragt festes und sicheres Schuhwerk, um die Abrutschgefahr zu minimieren.

Dachpappe vernageln

Eine sehr gängige Art, Dachpappe zu verlegen ist das Vernageln. Dafür gibt es spezielle Dachpappnägel, die verzinkt sein sollten, damit sie nicht durch Wind und Wetter beschädigt werden können (Rostschutz!). Ihr braucht natürlich auch noch einen Hammer und die Dachpappe. Schneidet die erste Bahn zu und rechnet einen zehnzentrimetrigen Überstand an der Dachkante ein. Nun rollt ihr die Bahn aus und befestigt sie mit den Dachpappnägeln an der Holzunterkonstruktion. Idealerweise befinden sich eure Nägel in der Mitte der Dachpappenbahn, Die zweite Bahn wird dann mit einer Überlappung von etwa zehn Zentimetern verlegt. Nagelt auch diese an der Oberkante fest.

So verfahrt ihr weiter, bis das ganze Dach bedeckt ist. Nun nagelt ihr an allen Stellen, wo die Überlappungen sind, noch einmal weitere Nägel ein. Achtet darauf, dass eure Nägel keinen größeren Abstand als 40 Zentimeter haben. Hier solltet ihr nicht sparen, damit euch das Dach nicht wegfliegt. Der Abstand der Nägel zu den Kanten sollte nicht größer als 5 Zentimeter sein. Achtet darauf, dass die Nägel immer plan zur Pappe eingebracht werden.

Habt ihr alle Bahnen verlegt, bietet es sich an, die Dachpappnägel, Nahtstellen und die Kanten noch zusätzlich zu schützen. Das kann zum Schluss mit einem Bitumen-Kaltanstrich geschehen oder ihr verklebt Nahtstellen und Kanten mithilfe eines Gasbrenners, der das Material verschmelzen lässt.

Tipp: Beginnt bei schrägen Dächern immer grundsätzlich an der tiefsten Stelle, damit sichergestellt ist, dass das Wasser (Regen, Tauwasser) gut ablaufen kann uns sich nicht irgendwo staut.

Dachpappe verkleben mit Bitumen

Gerade bei Garagen oder Geräteschuppen ist eine einfache Methode des Verlegens von Dachpappe das Verkleben mit Bitumen. Das geht auf zweierlei Art und Weise, je nachdem, was für eine Dachpappe ihr gekauft habt. Ist die Dachpappe schon mit Bitumen versehen, dann erhitzt ihr die Bitumenschicht der Dachpappe. Dafür könnt ihr ein spezielles Schweissgerät oder einen Gasbrenner verwenden. Ihr müsst die gesamte Bahn erhitzen, nicht nur die Ränder, damit alles gut hält. Die Schwierigkeit beim Verkleben von Dachpappe auf diese Art ist, dass ihr von Anfang an sehr genau und sorgsam arbeiten müsst. Ist die Bahn erst einmal wieder fest, dann sind keine Korrekturen mehr möglich.

Hat eure Dachpappe keine Bitumenschicht, dann müsst ihr sie zunächst verlegen und dann im Nachhinein mit der heißen Bitumenmasse bestreichen. Dafür verwendet ihr am besten eine Bürste. Achtet darauf, besonders an den Kanten, ganz genau zu arbeiten.

Dachpappe verlegen Bitumen kleben heiß

Dachpappe verlegen mit selbstklebender Dachpappe

Mittlerweile gibt es im Handel auch selbstklebende Dachpappe. Diese ist ab Werk mit einer Klebebahn versehen, vergleichbar mit doppelseitigem Klebeband. Ihr müsst lediglich die Schutzfolie abziehen und braucht kein weiteres Werkzeug. Ihr solltet mit selbstklebender Dachpappe nicht bei Temperaturen unter zehn Grad Celsius arbeiten, weil sich dann die Klebekraft nicht ausreichend entfaltet. Das Dachpappe Verlegen ist dann ganz einfach. Schutzfolie abziehen, Bahnen aufeinander legen und dann alles gut andrücken.

Noch sicherer wird die Verklebung, wenn ihr mit einer Bürste gut nachstreicht. Ihr könnt die Bahnen auch noch zusätzlich vertackern oder verkleben, denn viele Dachdecker (und auch wir) empfehlen sowieso das Vernageln als beste Methode, wenn man auf Nummer sicher gehen will. Wenn ihr meint, bei eurem kleinen Dach für den Fahrradschuppen reicht verkleben aus, dann seid ihr ohne Nägel und Schrauben schon fertig.

Doppelte Deckung

Denkt ihr, eine einfache Deckung reicht nicht, weil das Dach besonders groß ist oder ihr besonders schützenswerte Sachen unter dem Dach lagert, dann empfiehlt sich eine doppelte Deckung. Dafür muss zunächst eine erste einfache Deckung mit den Methoden, die wir euch beschrieben haben, erfolgen. Achtet nur darauf, dass die zweite Schicht versetzt aufgebracht werden muss, sodass es sich empfiehlt (auch wenn Dachdecker das nicht so gern sehen), dass ihr als erste Bahn nur eine halbe Bahn bei der ersten Abdeckung verlegt. Die zweite Schicht könnt ihr dann heiß oder kalt verkleben. Ihr erhitzt also die Bitumenbahnen und und verschweisst sie quasi miteinander. Es geht aber, besonders bei flachen Dächern, auch mit Kaltkleber, was nicht so aufwändig und vor allem nicht so gefährlich ist.

Dafür verstreicht ihr den Kaltkleber mit einer Bürste auf der ersten Lage eurer Dachpappe. Der Kleber muss ein wenig antrocknen. Wie lange, steht immer auf der Produktinformation des Herstellers. Aus Faustregel gilt im Übrigen: 1 Liter Kaltkleber reicht für 1 Quadratmeter Dachpappe. Danach bringt ihr die Dachpappe auf, indem ihr sie vorsichtig in die Klebmasse einrollt. Achtet darauf, dass keine Luftblasen entstehen Ihr müsst die Bahnen beschweren und dann warten, bis sie wirklich festkleben. Das kann sogar mehrere Tage dauern, je nachdem wie die Witterung ist. Als Orientierung gilt wie immer die Angabe des Herstellers.

Pflege nach dem Dachpappe verlegen

Jetzt ist euer Dach nigelnagelneu und ihr habt lange Freude daran, wenn ihr euch auch nach dem Dachpappe Verlegen gut darum kümmert. Denn die Sonne, Frost, Regen und Schnee setzen ihr doch jedes Jahr wieder etwas zu. Es entstehen kleine Risse oder undichte Stellen, die ihr so früh wie möglich wieder abdichten solltet, um das Dach nicht großflächig zu schädigen. Kleine Risse könnt ihr einfach mit Kaltkleber wieder verschließen. Habt ihr Löcher auf dem Dach entdeckt, nehmt kleine Dachpappenstücke und schiebt sie darunter. Klebt sie fest oder fixiert sie mit Nägeln.

Ungefähr alle drei Jahre solltet ihr eurem Dach einen neuen Schutzanstrich gönnen. Am einfachsten geht es mit kalt streichbaren Mitteln, die ihr mit einer Malerrolle aufbringen könnt. Es gibt auch spezielle Bitumen-Latex-Dachhaut, die man aufsprüht.

Wir hoffen, euch für euer nächstes Dachprojekt nun einen kleinen Input gegeben zu haben, sodass ihr euch schon einmal überlegen könnt, wie ihr am besten vorgeht und welche Methode sich für euer Dach und euer handwerkliches Geschick am besten eignet. Habt ihr schon Erfahrungen beim Dachpappe Verlegen gemacht und kennt einige Hürden und Tricks, dann schreibt uns gern einen Kommentar. WIr freuen uns wie immer über Feedback.

 

Dachpappe verlegen – die Anleitung für Hobby-Dachdecker
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