Heute widmen wir uns einem unserer Bestseller im Bereich Dichtstoffe – es ist hitzebeständiges Silikon. Oft ist unseren Kunden unklar, wann sie es brauchen, wo es eingesetzt wird und wie genau es angewendet wird. Dabei ist die Angelegenheit gar nicht so kompliziert, wie sie auf den ersten Blick aussieht.

Was ist Silikon?

Wir wollen nicht zu sehr abschweifen, aber für die Neulinge, die unsere Beiträge Acryl oder Silikon und Silikonfugen ziehen rund um das Thema Silikon verpasst haben, nochmal ein kurzer Crashkurs. Silikon, auch teilweise als Silicon angeboten, ist ein chemisch hergestellter Dichtstoff aus Silizium und Sauerstoff. Der Rohstoff Silizium kommt reichlich auf unserem Planeten vor und ist zur Freude des Handwerkers auch sehr günstig. Kein Dichtstoff dieser Welt zeigt die gleichen Eigenschaften wie Silikon. Silikon ist sehr dehnfähig, elastisch und kann auch Bewegungen absorbieren, wobei es auch hier Unterschiede je nach Produkt gibt. Silikon ist ein Hybrid, umgangssprachlich Zwischenstoff, welcher organische und anorganische Stoffe verbindet. Dabei unterscheiden wir zwei Silikonarten:

  • mit Essig oder Acetat vernetzendes Silikon
  • neutral vernetzendes Silikon

Neutral vernetzendes Silikon wird auf Wasserbasis produziert, wobei das Wasser nach der Verarbeitung, sobald das Silikon mit dem Trocknen beginnt, verdunstet. Beim Acetat vernetzenden Silikon reagiert der Dichtstoff auf die umliegende Luftfeuchtigkeit und spaltet dabei das Lösungsmittel ab.

Die häufigsten Silikonarten sind:

  • Bausilikon
  • Sanitärsilikon
  • Hochtemperatur Silikon
  • Aquariumsilikon
  • Wannensilikon
  • Natursteinsilikon

Je nach Produkt und Anwendungsbereich unterscheidet sich auch die Eigenschaft. Es gibt Silikon-Dichtstoff für den Innen- und Außenbereich, mit geringer oder hoher Dehnfähigkeit und mit unterschiedlichen Reaktionen auf Temperaturen.

Silikon hitzebeständig – für welchen Einsatz?

Hitzebeständiges Silikon hat ein unglaublich breites Anwendungsspektrum. Da herkömmliches Silikon eine Temperaturtoleranz von ungefähr 120° C hat, braucht man hitzebeständiges Silikon nur, wenn dieser Temperaturbereich überschritten wird. Wann ist das der Fall?

Ofen Silikonfugen

  • Motoren
  • Öfen
  • Kamine
  • Ofenrohre
  • Getriebe
  • Automobilbau
  • Elektronik
  • Heizungsinstallationen
  • Trockner
  • Heizkessel
  • Klimageräte
  • Rauchgasanlagen
  • Lüftungsanlagen

Das sind die häufigsten Bereiche, in denen ein Einsatz notwendig ist.

Durch hitzebeständiges Silikon erhält man einen Dichtstoff, der acetatvernetzend ist und mit Luftfeuchtigkeit zu einem elastischen Dichtstoff aushärtet.

Unterschiedliche Hitzebeständigkeit von Silikon

Ab wann ist ein Silikon hitzebeständig? Eigentlich sind alle Silikone von Natur aus schon sehr resistent gegen Hitze, doch einige Spezialprodukte gehen weit über den normalen Temperaturbereich hinaus – hierbei handelt es sich um Hochtemperatur Silikon. Ihr wisst nun schon mal, wann ihr ein hitzebeständiges Silikon braucht, doch auch hier gibt es wieder Unterschiede.

Normales Silikon hat in der Regel eine Temperaturbeständigkeit von – 40° C bis 120° C. Bei einem Ofen oder Kamin ist das natürlich nicht ausreichend, da hier extreme Temperaturen entstehen. Übliche Stufen der Hitzebeständigkeit sind Temperaturmaximalbereiche bis:

  • 120° C
  • 300° C
  • 600° C
  • 1000° C
  • 1500° C

Wobei man immer darauf achten muss, dass das hitzebeständiges Silikon einen Wert hat, mit dem es dauerhaft belastet werden kann, und einen Wert, mit dem es nur kurzzeitig strapaziert werden sollte. Eine gute Temperaturbeständigkeit von Silikon für Kamine, Öfen, Kachelöfen und auch Ofenrohren liegt bei 300° C. Natürlich sollte man hier immer den Empfehlungen des Herstellers folgen, damit die Sicherheit gewährleistet ist. Eine extreme Temperaturbeständigkeit von bis zu 1500° C wird beispielsweise bei Hochöfen verwendet und es ist in diesem Fall sogar resistent gegen Feuer. Im Hausgebrauch gibt es dafür keinen Anwendungsfall.

Es gibt auch noch eine Deklarierung nach unterschiedlichen Brandstufen, wobei normales Silikon der Kategorie B2 (normal entflammbar) und spezielle Silikone B1 (schwer entflammbar) einzustufen sind.

Zusammenfassung hitzebeständiges Silikon

Bei Temperaturen über 100° C sollte man zu einem Hochtemperatur Silikon greifen. Bei der Anschaffung sollte man darauf achten, dass es dem gewünschten Einsatzzweck entspricht und zum einen die richtige Temperaturbeständigkeit aufweist, zum anderen, auch beispielsweise bei einem Einsatz im Küchenbereich, der mit Lebensmitteln in Berührung kommt (Backofen), lebensmittelecht ist.

Normalerweise ist es nicht schlimm, wenn Silikon schon eine Weile abgelaufen ist, in den meisten Fällen erfüllt es dennoch seinen Zweck. Hitzebeständiges Silikon sollte man genauer prüfen. Ab Lieferung des Herstellers an den Händler ist ein Silikon üblicherweise 12 Monate haltbar. Je nachdem wie schnell der Händler seine Bestände abverkauft, bleibt von diesem Zeitraum ein Teil dem Kunden zur Verarbeitung. Lagern sollte man es bei 5° C bis 25° C an einem trockenen Ort – ungeöffnet versteht sich.

Es gibt das Silikon in unterschiedlichen Farbgebungen wie: Braun, Grau, Schwarz, Weiß, Transparent, Blau und Rot. Üblich sind rötlich braune und schwarze Silikone. Wichtig ist auch, dass das Silikon eine gute Haftbarkeit auf dem Bauobjekt hat. Wenn man Glas abdichtet, sollte die Haftung auf Glas natürlich auch gut sein. Typische Oberflächen sind:

  • Glas
  • glasierte Oberflächen
  • lackiertes Holz
  • Edelstahl
  • Porzellan
  • Emaille
  • eloxiertes Aluminium

Wenn ihr euch nicht sicher seid, welches Silikon das richtige für euch ist, dann ruft uns an oder hinterlasst einen Kommentar. Wir beraten euch gerne!

Hitzebeständiges Silikon – wann braucht man es?
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