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Biozidprodukte

Biozidprodukte sind Zubereitungen, die einen oder mehrere biozide Wirkstoffe erhalten, mit denen schädliche Organismen unschädlich gemacht, abgeschreckt oder zerstört werden. Dabei können die enthaltenen bioziden Wirkstoffe chemische Stoffe oder Mikroorganismen sein. Unter schädlichen Organismen versteht man Pilze, Insekten, Algen, Bakterien oder Viren. Durch den Einsatz von Biozidprodukten im Bauwesen soll die Schädigung von Holz verhindert und die Hygiene in Gebäuden gewährleistet werden.



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Holzschutzmittel

Konventionelle Holzschutzmittel sind Biozidprodukte. Man unterscheidet sie von wasserlöslichen Holzschutzmitteln auf der Basis von Salz (.z.B. Borsalze, Arsenverbindungen, Ammoniumverbindungen, Chromverbindungen, Fluorwasserstoff, Fluorsilikate), Holzschutzmitteln mit wasseremulgierbaren Substanzen ( Alkylammoniumverbindungen, Kupfer-HDO, Tridemorph), Holzschutzmitteln auf der Basis von Steinkohleteerölen (Carbolineum) und lösemittelhaltigen Holzschutzmitteln.

Biozidhaltige Holzschutzmittel sind laut der Verordnung (EU) Nr.528/2012 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 22.Mai 2012 definiert als „Produkte zum Schutz von Holz, ab dem Einschnitt im Sägewerk, oder Holzerzeugnisse gegen Befall durch holzzerstörende oder die Holzqualität beeinträchtigende Organismen, Insekten inbegriffen. Diese Produktart umfasst sowohl Präventivprodukte als auch Kurativprodukte.“

Anders ausgedrückt: Holzschutzmittel bzw. Biozidprodukte dienen dazu, Holz vor Beschädigung durch Pilze und Organismen zu schützen oder im Falle eines Befalls, diesen zu bekämpfen. Nicht unter den Begriff Holzschutzmittel fallen alle ohne Wirkstoff ausgerüsteten Anstrichstoffe wie Lacke oder Farben. Auch Wetterschutzmittel oder Holzveredlungsmittel sind mit dem Begriff Holzschutzmittel nicht gemeint.

Präventiver Einsatz von Holzschutzmitteln

Holzschutzmittel kommen zum Einsatz, wenn Holz gegen den Befall durch Schädlinge und Pilze geschützt werden muss, z.B. wenn Holz für tragende Konstruktionen im Neubau oder bei der Altbausanierung eingesetzt wird. Gerade bei dem Bau z.B. von Dachstühlen ist der Einsatz von Holzschutzmitteln zwingend erforderlich. Nur so kann gewährleistet werden, dass der Dachstuhl nicht z.B. durch Pilzbefall zerstört wird und dann einstürzt. Ähnliches gilt für alle tragenden Holzteile, die beim Hausbau eingesetzt werden. Außerdem sollen dadurch andere Bauteile vor Schäden oder sichtbaren Verfärbungen geschützt werden. Mann nennt diese Art der Anwendung präventiv.

Kurativer Einsatz von Holzschutzmitteln

Holzschutzmittel werden auch kurativ eingesetzt, um bereits befallenes Holz von dem Befall zu befreien und vor Neubefall zu beschützen. Hierzu werden teilweise die gleichen Produkte verwendet wie beim präventiven Einsatz, allerdings in einer anderen Dosierung.

Wirksamkeit

Holzschutzmittel haben eine unterschiedliche Wirksamkeit. Die Bundesanstalt für Materialforschung und Materialprüfung (BAM) übernimmt die Wirksamkeitsprüfung und verteilt folgende Prüfprädikate:

  • Iv: gegen Insekten vorbeugend wirksam
  • P: gegen Pilze vorbeugend wirksam
  • W: auch für Holz geeignet, das der ständigen Witterung ausgesetzt ist, jedoch nicht im ständigen Erdkontakt steht und keinen ständigen Kontakt zu Wasser hat
  • E: auch für Holz geeignet, das extremer Beanspruchung ausgesetzt ist, d.h. im ständigen Kontakt mit Wasser u/o im ständigen Erdkontakt steht, sowie bei Schmutzablagerungen in Rissen und Fugen
  • Ib: wirksam in der Insektenbekämpfung
  • M: zur Verhinderung des Durchwachsens von Hausschwamm durch Mauerwerk

Anwendungshinweise

Einige dieser Produkte dürfen nur von Fachleuten verarbeitet werden und sind daher nicht frei verkäuflich. Auch bei uns im Shop werden diese Produkte selbstverständlich nur an Fachleute zur professionellen Anwendung verkauft. Harmlosere Rezepturen sind hingegen frei verkäuflich. Dennoch müssen alle Biozidprodukte generell vorsichtig verwendet werden. Vor Gebrauch müssen stets Etikett und Produktinformationen gelesen werden. Außerdem müssen die Sicherheits-und Gefahrenhinweise beachtet und, falls erforderlich, entsprechende Schutzkleidung getragen werden.

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